Uhren-Glashütte
Eine Wempe Glashütte Uhr
Eine Wempe Glashütte Zeitmeister Uhr
Wempe Uhren Glashütte i/SA
Glashütte, eine Stadt in der sächsischen Schweiz mit heute etwa 4700 Einwohnern, gilt als die Geburtsstätte der deutschen Uhrmacherindustrie und wurde erstmals bereits um das Jahr 1445 urkundlich erwähnt.

Schon im 17. Jahrhundert gab es die ersten mechanischen Uhren, deren Präzision allerdings zunächst zu wünschen ließ, bis der Engländer John Harrison im Jahre 1759 den Chronometer erfand. Damit trug er vor allem den Bedürfnissen der Seefahrer nach genauen Uhren Rechnung, die Voraussetzung für verlässliche Positionsberechnungen waren, denn nur wenn man die Zeit exakt messen kann, kann man auch zuverlässig die Längengrade bestimmen und sich auf hoher See sicher orientieren.

Die Historie der Glashütte Uhren

Den Grundstein zu Glashüttes Tradition als Produktionsstätte feiner Uhren, legte Ferdinand Adolph Lange, als er dort im Jahre 1845 zusammen mit seinen Söhnen Taschenuhren von hoher Qualität herzustellen begann. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten ließen sich immer mehr Uhrmacher in Glashütte nieder, die mit ihren Erfindungen und Weiterentwicklungen den Ruf des Ortes als Uhren- bzw. Uhrmacherstadt begründeten. Glashütte Uhren fanden aufgrund ihrer qualitativen Hochwertigkeit bald überregionale und internationale Anerkennung.

Um Uhren auf eine einheitliche Zeit einstellen zu können, ist ein verbindliches Zeitsignal erforderlich. Dieses wurde zunächst aus Berlin an die Uhrmacherschule und die Manufakturen in Glashütte gesendet. Da dessen Zeitgenauigkeit dem Präzisionsanspruch für die Glashütte Uhren aber allmählich immer weniger entsprach, wurde 1910 eine eigene Sternwarte in Betrieb genommen. Damit gab es nicht nur ein eigenes Zeitsignal, sondern auch eine Schulsternwarte für die Uhrmacher.

Ende der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts gründeten Otto Lange, Enkel von Ferdinand A. Lange, und Herbert Wempe, Inhaber der Wempe Chronometerwerke, die Arbeitsgemeinschaft „Sternwarte Glashütte“, die ein Forschungs- und Weiterbildungsinstitut für junge Uhrmacher und ein Réglage-Institut etablieren sollte.

Der Zweite Weltkrieg beendete die Entwicklung der Uhren in Glashütte jedoch zunächst. Die Alliierten lösten die Verbindung der Uhrmacher auf, das Observatorium wurde kommunales Eigentum und an die Stelle der enteigneten Manufakturen trat ein volkseigener Betrieb, die Glashütter Uhren-Betriebe. Aus dieser wurde nach der deutschen Wiedervereinigung die Firma „Glashütte Original“. Der Urenkel von Ferdinand A. Lange, Walter Lange, gründete die Firma Lange mit Unterstützung mehrerer Schweizer Uhren-Hersteller neu und präsentierte 1994 wieder die ersten Armbanduhren.

Glashütte Uhren von Wempe

Auch Wempe entschloss sich für die Produktion der Uhren nach Glashütte zurückzukehren und restaurierte die inzwischen zur Ruine zerfallene Sternwarte, in der nun die Produktionsstätte der Uhren-Linie "Wempe Glashütte i/SA" liegt. Außerdem entstand hier die erste deutsche Chronometerprüfstelle für Uhren nach deutscher DIN Norm. Seit 2007 stellt die Firma Nomos Glashütte die Uhrwerke für die Uhren der Firma Wempe her.

Neben klassischen Uhren, Fliegeruhren, Weckern und chronometergeprüften Taschenuhren, bietet Wempe auch Armbandchronometer an, die gleichzeitig mit einer Chronographen-Funktion ausgestattet sind. Als Chronograph bezeichnet man Uhren - meist Herrenuhren - , die mit einer zusätzlichen Funktion zum Stoppen der Zeit ausgestattet sind. Die Kombination mechanischer Stoppfunktionen mit dem Automatikantrieb einer Uhr ist erst seit 1969 möglich. Zur nochmaligen Verbesserung der Genauigkeit werden die Glashütte Uhren von Wempe in der Sternwarte zusätzlich mit einer eigens dafür konstruierten exzentrischen Feinregulierung ausgestattet.